Intern

Hier erfahren Unternehmen den Stand der Vorbereitungen und darunter, wie sie sich an der Plattform beteiligen können.

Nur mit einer qualitätsvollen energetischen Gebäudesanierung kann Wien die vereinbarten städtischen Energie- und Klimaziele erreichen. “Weiter wie bisher” reicht dafür nicht.

Der Gebäudebestand soll bis 2040 gasfrei werden. Jede Sanierung, bei der ab jetzt die Möglichkeiten der Erneuerbaren Energie und der Effizienzverbesserung nicht gleichzeitig genutzt werden, ist eine vergebene Chance. Dafür braucht es gute Kommunikation und ein Zusammenwirken der Kräfte.

Dass eine eigenständige Qualitätsplattform hilfreich ist, hat sich in der internationalen Zusammenarbeit im EU-Projekt RenoBooster, das die Stadt Wien leitet, klar herausgestellt. Hier fanden auch schon die Vorarbeiten statt. Wir erwarten, dass eine Plattform, die jetzt auf Qualität in der Sanierung setzt, eine win-win Situation für alle Beteiligten schafft.

Die Qualitätsplattform für Anbieter und Beteiligte im Bereich Sanierung wurde als Verein gegründet und verfolgt
drei wesentliche Ziele:

1

Sanierungswillige orientieren sich und finden geeignete Partner für ihr Projekt.

2

Anbieter stellen sich und ihre Projekte dar und finden Kunden. Qualität ist Thema.

3

Untereinander und gewerkeübergreifend tauschen sich die Anbieter aus.

Entwicklung der Plattform

Der Grundstein ist gelegt, die weitere Entwicklung bestimmen die Teilnehmenden.

Vorgespräche mit Stakeholdern aus Verbänden und Wirtschaft, mit bestehenden Qualitätsgruppen und Vereinigungen haben Bedarf und großes Interesse gezeigt.

Im Jänner 2021 wurde ein Verein als Träger der Aktivitäten angemeldet. Neben Projektpartnern aus dem EU Projekt Renobooster arbeitet ein Entwicklungsteam an der Abstimmung der nächsten Schritte mit.

Die online-Plattform soll im Rahmen von RenoBooster als  Kommunikationsdrehscheibe  mit zusätzlichen Funktionen  ausgebaut werden. Die weitere Entwicklung der Plattform bestimmen die Nutzenden. Nach der Funktionsbesetzung mit RepräsentantInnen aus Planung und Bau werden gemeinsam Gesamtkonzept, Ausbau und längerfristige Finanzierung weiter konkretisiert. So könnten u.a. Aktivitäten zur Vernetzung wie Besichtigungen und Erfahrungsaustausch angeboten werden.  

Für die Stadt Wien sind geeignete Sanierungskonzepte Voraussetzung für das Gelingen der Sanierungsoffensive. Die Qualitätsplattform und damit auch die Anbieter werden empfohlen. 

Qualitätsplattform Vereinsstatuten

Online Plattform

Online-Auftritt als zentrale Kommunikationsplattform?

Braucht es noch eine weitere Webseite?

Information

Um die Sanierungstätigkeit zu steigern, muss auf Ängste und Fehlinformationen über Sanierungen in der Bevölkerung eingegangen werden. Das haben vorgelagerten Befragungen eindeutig bestätigt.  

Der interaktive online-Auftritt der Qualitätsplattform bietet Unternehmen die Möglichkeit zur Präsentation ihrer Leistungen in der Sanierung. Firmensteckbriefe zeigen dazu wichtige Fakten.

Qualität wird anschaulich und verständlich. Das schafft Vertrauen. 

Kommunikation

Potentielle KundInnen besichtigen gelungene Gebäudesanierungen aus der Projektdatenbank und finden Anregungen und Partner für ihr Sanierungsprojekt.

Gute Teams für Energieeffizienz und Erneuerbare Energie: Mit dieser Plattform finden sich Kooperationspartner für  erfolgreiche Sanierungen (B2B!) 

Interessierte finden mit den für sie passenden Kriterien geeignete Anbieter und können direkt in Kontakt treten.

Unser Konzept berücksichtigt auch internationale Erfahrungen. Die weitere Entwicklung soll mit Unterstützung des EU-Projekts schon in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern erfolgen.

Gesucht werden:

Bereits das Erstellen eines Sanierungskonzepts wird ab nun mit bis zu 5.000 Euro und mit bis zu 50 Prozent der nachgewiesenen Kosten gefördert (Richtlinie für die Förderung eines Sanierungskonzeptes für Wohngebäude; Version 30/4/2021). Für die Erstellung eines Sanierungskonzeptes, samt der dafür notwendigen Beilagen, sind ZiviltechnikerInnen, BaumeisterInnen, technische Büros der entsprechenden Fachrichtungen zugelassen.

Die Qualitätsplattform präsentiert Anbieter im Bereich der Planung, die die folgenden Anforderungen der Verordnung erfüllen – mit besonderen Qualitätsansprüchen: 

  • Bestandsaufnahme und Bauteilfeststellung (detaillierte Darstellung der Wand-, Decken- und Dachaufbauten) mit Dokumentation der thermischen und haustechnischen Gebäudequalität (oberste Geschoßdecke/Dach, Außenwand, Fenster, Kellerdecke, Kellerwände, Fundament, Heizsystem etc.) auf Grundlage einer Vor-Ort-Besichtigung (Fotodokumentation und Besichtigungsprotokoll)
  • Energieausweise (Bestand/Sanierung) mit vollständigem Anhang und Bauteilermittlung gemäß OIB-Richtlinie 6, April 2019.
  • Nachweis über die Einpflegung des Bestandsenergieausweises in die WUKSEA-Datenbank (Wiener unabhängiges Kontrollsystem für Energieausweis)
  • Darstellung thermischer Sanierungsmaßnahmen (oberste Geschoßdecke / Dach, Außenwand, Fenster, Kellerdecke etc.)
  • Darstellung von Maßnahmen zur Sicherstellung bez. Verbesserung der Sommertauglichkeit (insbesondere außenliegende Verschattung); Hinweis: Berechnung mittels Gesamtenergiedurchlassgrad gtot (ÖNORM B 8110-6-1:2019)
  • Darstellung haustechnischer Sanierungsmaßnahmen (Heizkessel, Dämmung der Leitungsführung, Prüfung des Einbaus von Strangregulierventilen, hydraulischer Abgleich, Absenkung von Vor- und Rücklauftemperaturen, Prüfung des Einsatzes sinnvoller Mess- und Regelungstechnik etc.)
  • Maßnahmen für den Einsatz erneuerbarer Energie bzw. Nachweis über die Prüfung des Potentials für die Erzeugung erneuerbarer Energie; Hinweis:
  • Kostenschätzung der Sanierung- bzw. Sanierungsvarianten (prüfbare und nachvollziehbare Aufstellung der Kosten)
  • Empfehlungen zur Umsetzung (insbesondere sinnvolle zeitliche Abfolge für den Fall einer schrittweisen Umsetzung)
Optional:
  • Darstellung von zusätzlichen, über thermisch-energetische Maßnahmen hinausgehende, Sanierungsmaßnahmen (z.B. Erhaltungsarbeiten, Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen, Balkonzubauten,
  • Schaffung von barrierefreien Erschließungen, DG-Ausbauten, usw.) Darstellung möglicher Förderungen (Bund, Land etc.)
Die Qualitätsplattform präsentiert Anbieter, die die o.a. Anforderungen der Förderung erfüllen und im Sinne des besonderen Qualitätsanspruches in ihrem Leistungsangebot auch mehr anbieten.  Das kann z.B. im Bereich der Bestandsanalyse sein. Das Leistungsspektrum der Anbieter ist unterschiedlich, die Kosten für ein Sanierungskonzept daher auch. Die maximale Fördersumme ist keine Aussage über maximale Kosten eines Sanierungskonzepts.  

Die folgenden Punkte zeigen, worauf es ab jetzt besonders ankommt. 
 
 
  • Umfassende Sanierungskonzepte, die auch die Adaptierung des Gebäudes an die neuen Anforderungen zur Dekarbonisierung und zur Klimawandelanpassung berücksichtigen. Wien zielt den Umstieg von fossilen Heizsystemen in Bestandsgebäuden zu Fernwärme und zu CO2-freien Heizsystemen bis 2040 an (Technische Möglichkeiten, Untersuchung der MA20). Die Nutzungsdauer von Heizungsanlagen wird für Wirtschaftlichkeitsberechnungen somit zunehmend relevant. Die Zentralisierung von Heizungsanlagen kann den späteren Umstieg auf Fernwärme und CO2-freie Systeme erleichtern.

Renovierungsausweis: langfristiger Fahrplan für die schrittweise Renovierung eines Gebäudes, in dem Maßnahmen zur Verbesserung beschrieben werden, die zur Erfüllung der o.a. Anforderungen führen (siehe auch OIB Richtlinie 6). Der Energieausweis basiert auf Bedarfsenergiekennzahlen, die unter normierten Randbedingungen (Klima, Nutzung) ermittelt werden. Da mit Energieausweis-Berechnungsprogrammen auch Sanierungsvarianten mit individuellen Nutzungsprofilen (Belegungsdichte, Präsenz, Hygieneansprüche, Komfortansprüche) berechnet werden können, wird die Berücksichtigung des Renovierungsausweises in Sanierungskonzepten erwartet (ab 2022, bis dahin nach gegebenen Möglichkeiten)

Förderungsabwicklung: Kunden sollen auf alle Fördermöglichkeiten zur Sanierung hingewiesen werden und in der Förderabwicklung unterstützt werden. Die neue Koordinierungsstelle HAUSKUNFT bietet Ihnen als Planende dazu eine Zusammenarbeit an.

Energieplanung: umfassende Sanierungskonzepte sollen in jedem Fall die Optionen für die fossilfreie Beheizung darstellen. Grundlage dafür ist die Auswertung der aktuellen Energieraumpläne.

Die Möglichkeiten des Fernwärmeanschlusses sowie die Möglichkeiten zur Nutzung Erneuerbarer Energie werden geklärt:

  1. Solarenergie: Erhebung aller grundsätzlich geeigneten Flächen, basierend auf dem Wiener Solarpotentialkataster. PV-Flächen auf Gebäuden sind in jedem Fall von Interesse, unabhängig vom Verbrauch. Zusätzlich Erhebung von grundsätzlich geeigneten Fassadenflächen, Orientierung Ost, Süd, West, keine relevante Beschattung in den Wintermonaten, inkl. Balkone; mögliche Überbauung von Parkplätzen, die PV Flächen werden planlich dargestellt. > Standort und Klima „jährliches Solares Einstrahlungspotential auf Dach und Fassade“. Hinweise zu statischen und bautechnischen Fragen bei Installation von Solarkollektoren. Solarthermie ist Teil des Haustechnik-Konzepts.
  2. Geothermie: Erhebung des “Erdwärmepotentials” zur Bereitstellung von Raumwärme und -kälte sowie zur optionalen saisonalen Wärmespeicherung, basierend auf dem Erdwärmepotentialkataster.
    Die Möglichkeit für Tiefenbohrungen werden unter Berücksichtigung der erforderlichen Abstände dargestellt, die Optionen in Verbindung mit einer Wärmepumpenbeheizung sowie allfällig Kühlbetrieb werden dargestellt: Orientierungswerte zur Anzahl und Tiefe der Bohrungen, Entzugsleistung und Leistung der Wärmepumpe im Falle einer thermischen Sanierung entsprechend OIB-Vorgabe. Siehe auch Projekt AnergieUrban.
  3. Abwärme: Erhebung des Abwärmepotentials, basierend auf der Abwärmepotentialkarte der Stadt Wien, erweitert um eine detaillierte Erhebung auch des Niedertemperaturpotentials (z.B. Kühlanlagen)
  4. Mögliche Organisationsformen: Erhebung der grundsätzlich möglichen (innovativen) Varianten für Errichtung, Betrieb und Finanzierung Erneuerbarer-Energie-Anlagen. Beispiele: BegleiterInnen für Energiespar-Garantie-Projekte (siehe DECA), Errichtung einer Erneuerbare Energiegemeinschaft (siehe green energy lab).
  5. E-Mobil-Ladeinfrastruktur: Erhebung der Anschlussmöglichkeiten, voraussichtlich erforderliche Gesamt-Ladeleistung und Leistungsreserve des Hausanschlusses erheben, Möglichkeiten eines lokalen Lastmanagementsystems, Vorschlag einer Gesamtlösung
  6. Planung der Sommertauglichkeit von Gebäuden inkl. Berechnung mittels Gesamtenergiedurchlassgrad gtot (ÖNORM B 8110-3:2020)

Anbieter im Bereich der ausführenden Unternehmen können sich auf der Qualitätsplattform präsentieren, wenn sie sich zu den einschlägigen energie- und klimarelevanten Qualitätsstandards ihrer Branche bekennen bzw. diese erfüllen. Beispiele:

  • zertifizierter Wärmepumpeninstallateur
  • zertifizierter PV-Techniker
  • weitere Qualitätsnachweise nach Vereinbarung

Dieser Bereich ist noch in Vorbereitung, bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Grundsätzlich gelten auch hier die unten angeführten Bedingungen.

So werden Sie Teil der Qualitätsplattform Sanierungspartner

Senden Sie Ihre Interessenbekundung an: office@qualitätsplattform-sanierungspartner.wien
Diese sollte Folgendes beinhalten:

  1. Information zu Ihrem Angebot zur Veröffentlichung auf der Qualitätsplattform Sanierungspartner, nutzen Sie dazu bitte unsere Firmendaten-Vorlage,

  2. ein bis drei Referenzbeispiele von Gebäudesanierungen, an denen Sie mitgewirkt haben und wo Ihre besonderen Qualitäten erkennbar sind. Nutzen Sie dazu die Referenzbeispiel-Vorlage (kann auch nachgereicht werden), 

  3. die unterschriebene Charta, welche die Vereinbarung zur Mitwirkung in der Qualitätsplattform darstellt

Im ersten Jahr gibt es eine kostenlose Probemitgliedschaft.

Service für Mitglieder

Die Qualitätsplattform soll einen klaren Nutzen für alle Beteiligten bringen, folgende Services sind vorgesehen:

  • Bauschaffende können ihr Angebot und ihre Referenzprojekte in einem hochwertigen Umfeld präsentieren
  • GebäudeeigentümerInnen und Hausverwaltungen finden geeignete Partner für ihr Sanierungsprojekt, direkte Kontakt zu Sanierungswilligen auf der Suche nach Sanierungspartnern (EFH, Hausbesitzer, Hausverwaltungen)
  • B2B: durch gemeinsame Aktivitäten können sich Kooperationspartner für Sanierungen finden
  • “Direkter Draht” zur Wiener Sanierungsoffensive, zur optimalen Nutzung von Förderungen, Verbesserung von Abläufen
  • Erfahrungsaustausch mit der Möglichkeit gemeinsam Entwicklungen anzustoßen
  • Informationsveranstaltungen
  • Etablierung, Anwendung und Weiterentwicklung von praktikablen Qualitätsstandards
  • Feedback zur laufenden Weiterentwicklung des Angebotes

Das Service wird sich je nach dem Interesse der Mitglieder entwickeln.

Anforderungen für Mitglieder

  • Bereitstellen von Information über das Unternehmen und die einschlägigen Aktivitäten
  • Einverständnis mit den Grundsätzen des Vereins (Statuten), der Beitritt erfolgt mit Unterzeichnung der Charta
  • Beteiligung an Aktivitäten des Vereins entsprechend den Möglichkeiten des Unternehmens
  • Im ersten Jahr ist die Mitgliedschaft kostenlos, die Mitgliedschaft erlischt nach einem Jahr, wenn keine Verlängerung aktiv gewünscht wird. 2022 wird mit den Mitgliedern der Qualitätsplattform die weitere Finanzierung abgestimmt (Mitgliedschaftsbeiträge, andere Finanzierungen)
  • Nach Ablaufen der Probemitgliedschaft muss die Mitgliedschaft aktiv verlängert werden, hierfür werden die Mitglieder einem Qualitäts-Check unterzogen, um sicherzugehen, dass sie sich an der Plattform aktiv beteiligt haben sowie an qualitätsvollen Sanierungen mitgewirkt haben.

Noch Fragen?

Kontakt

E: office@qualitätsplattform-sanierungspartner.wien

1060 Wien, Mariahilfer Straße 89/22

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